Links
Symbolgrafik: Bildschirm aus Icon für externen Link weist auf einen Bildschirm mit einem Puzzle

Externe Links

Zuletzt geändert:

Links, die zu anderen Webauftritten führen, sollten aus Gründen der Nutzungsfreundlichkeit über eine entsprechende Kennzeichnung verfügen. Vorhandene Indikatoren benötigen ausreichend Kontrast und Textalternativen.

Barrierefreiheit und Nutzungsfreundlichkeit

Vorteile der Kennzeichnung

Eine wesentliche Aufgabe des World Wide Web besteht darin, Informationen über einen einzelnen Webauftritt hinaus zu verlinken. Es gibt dabei gute Gründe, den Wechsel auf einen anderen Webauftritt im Vorhinein erkenntlich zu machen:

Vor einem Klick sollte daher klar sein, dass der visuelle und technische Kontext sich ändern dürfte.

Text oder Icon als Hinweis?

Icons benötigen wenig Platzt am Bildschirm und reduzieren den Leseaufwand. Typischerweise wird als Indikator ein Pfeil nach rechts oben verwendet. Meist weist dieser Pfeil dabei aus einem geöffneten Quadrat hinaus.

Icon für externe Links auf Zweiter Blick

Doch was, wenn die Bedeutung eines solchen Icons nicht bekannt ist? Wenn ein Link den Anforderungen für leichtes Lesen entsprechen muss, sollte anstelle eines Icons visuell ein Text dargestellt werden. Auch eine Kombination von Icon und Text kann angedacht werden.

Für Screen Reader muss für ein Icon auf jeden Fall eine textuelle Alternative vorgesehen werden.

Mehrere Hinweise

Die Anreihung von mehreren Indikatoren sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Auf einem einsprachigen Webauftritt genügt wohl der Hinweis auf eine Fremdsprache der Zielseite. Ein zusätzlicher Hinweis auf den externen Inhalt kann daher entfallen.

Die Darstellung der Aneinanderreihung mittels CSS und die Realisierung mittels Scripts erfordern eine eingehende Bearbeitung. Sowohl die Darstellung mehrerer Hinweise, als auch deren Reduktion bedarf einer redaktionellen Analyse und einer technischen Aufarbeitung der Bedingungen.

Ergänzender Text als Hinweis

Seitentitel als Hinweistext

Das <title>-Element der Zielseite enthält üblicherweise eine Selbstbezeichnung in Ergänzung zum individuellen Inhalt einer Unterseite. Diese Selbstbezeichnung oder eine Kurzform dessen kann als Hinweis auf einen externen Auftritt hinzugefügt werden („Wikipedia“, „W3C“, „MDN“, …). Auf Zweiter Blick erfolgt dies vor dem eigentlichen Linktext und einem | als Trennzeichen. Dies kann folgendermaßen aussehen:

Wikipedia | Tirol (Bundesland)

Suffix als Text

Der Hinweis auf die Verlinkung zu einem anderen Webauftritt kann allgemein der Beschriftung des Links in einem Suffix folgen. Der HTML-Code sieht dabei etwa folgendermaßen aus:

<a
  href=[URL]>
  [Linkbeschriftung] (extern)
</a>

CSS Anweisung für Suffix

Mit der CSS-Eigenschaft content kann Inhalt zu einem Element hinzugefügt werden. Auf diese Weise kann einfach und einheitlich für einen Webauftritt zu einem externen Link ein Hinweis ergänzt werden. Typischerweise befindet sich der Hinweis hinter dem Linktext. Dies wird durch das Pseudoelement ::after erzielt.

Der Eintrag in eine CSS-Datei kann etwa folgendermaßen aussehen:

a[href^="http"]::after { 
  content: "(extern)" ; 
}

Wenn Stylesheets aus irgendeinem Grund deaktiviert sind, wird der ergänzende Hinweis nicht angezeigt.

Script-Anweisung für Suffix

Auch mit JavaScripts kann einfach und einheitlich für einen Webauftritt zu einem externen Link ein Hinweis ergänzt werden. Das Script kann etwa folgendermaßen aussehen:

document.addEventListener("DOMContentLoaded", function () {
  const links = document.querySelectorAll("a[href^='http']");
  links.forEach(function (link) {
    link.textContent = link.textContent + " (extern)";
  });
});

Wenn JavaScript deaktiviert ist, wird der ergänzende Hinweis nicht angezeigt.

Icon als Indikator

CSS-Icon mit Textalternative

Mit der CSS-Eigenschaft content kann auch ein Bild eingefügt werden. Der Inhalt besteht zunächst aus dem Pfad zur Grafik. Hinter einem Schrägstrich wird der Text festgelegt, der anstelle des Bildes von einem Screen Reader ausgegeben werden soll. Der Alternativtext für das Icon besteht natürlich nicht aus einer Beschreibung der Grafik, sondern informiert über die Eigenart des Links.

Der Eintrag in eine CSS-Datei kann etwa folgendermaßen aussehen:

a[href^="http"]::after { 
  content: url("[Bildpfad]") / "extern" ; 
}

Icon mit Ausweichmechanismus

Um auch bei deaktivierten Stylesheets einen Hinweis auf die Eigenart des Links zu gewährleisten, sollte ein Fallback-Mechanismus bereitgestellt werden. Dieser kann etwa auf folgende Weise realisiert werden:

  1. Das Icon wird durch eine CSS-Klasse (externIcon) in einem span-Element eingebunden.
  2. Das Icon wird mittels aria-hidden für Screen Reader verborgen.
  3. Die textuelle Alternative wird als Text in einem weiteren span-Element realisiert und nicht nur mittels CSS.
  4. Die Textalternative wird durch eine CSS-Klasse vorerst vom Bildschirm verborgen, bleibt jedoch für Screen Reader wahrnehmbar ( sr-only ).

Bei deaktivierten Stylesheets verschwindet das Icon, der mittels CSS verborgene Text wird jedoch eingeblendet (extern).

Der HTML-Code ist dabei folgendermaßen aufgebaut:

<a
  href="https://…">
  [Linkbeschriftung]
  <span
    class="externIcon"
    aria-hidden="true">
  </span>
  <span
    class="sr-only">
    (extern)
  </span>
</a>

Dieser Code wird auf Zweiter Blick mittels JavaScript auf alle Links angewendet, die auf einen externen Webauftritt verweisen. Ausgenommen sind davon fremdsprachige Auftritte, die mit einem hreflang -Attribut versehen sind. Diese werden mit einer Flagge als Indikator versehen.

Script für barrierefreie Kennzeichnung von Links zu externen Auftritten auf Zweiter Blick

Kontexthinweise auf Links

Dass ein Link zu einem anderen Webauftritt führt, kann auch aus dem Kontext hervorgehen. Insbesondere Listen zu externen Auftritten benötigen bei entsprechenden Vorkehrungen keinen Indikator, der explizit auf den Wechsel zu einer anderen Seite hinweist.

Überschrift für Linkliste

Handelt es sich um eine Sammlung von Links zu externen Auftritten, kann dies durch eine Überschrift kenntlich gemacht werden:

Externe Ressourcen

Logos als Indikatoren für externe Links

Sei es eine Liste von Social Media Verknüpfungen, Sponsoren, Netzwerkpartner*innen oder eine Imagemap. Das jeweilige Logo, Ländergrenzen oder Ähnliches können bereits auf externe Webauftritte hinweisen. In diesen Fällen können das Logo, ein Länderwappen oder eine Fahne schon als visueller Indikator für eine Verlinkung zu externen Inhalten gelten.

Das Icon muss jedoch über eine Textalternative verfügen:

WCAG Erfolgskriterien

Folgende Erfolgskriterien der WCAG können für Indikatoren für externe Links relevant sein:

1.1.1 Nicht-textueller Inhalt
Icons innerhalb von Links, welche die Bedeutung der Zielseite beschreiben, benötigen textuelle Alternativen.
1.4.3: Kontrast (Minimum)
Schriften benötigen einen minimalen Helligkeitskontrast von 4,5∶1 zum Hintergrund. Dies gilt auch für Hinweise zum Linkziel in Textform.
1.4.11 Nicht-textueller Kontrast
Icons müssen als Indikatoren in ihrer visuellen Präsentation ein Kontrastverhältnis von mindestens 3∶1 aufweisen.
2.4.4 Linkzweck (Im Kontext)
Die Beschriftung eines Links muss zumindest im engen technischen Kontext den Inhalt des Linkziels beschreiben.
Die Eigenart einer Zielseite kann dabei von Relevanz sein (Dateiformat, externe Ressource, fremdsprachiger Inhalt).
2.4.9 Linkzweck (Allein)
Konformitätsstufe AAA
Die Beschriftung eines Links muss für sich den Inhalt der Zielseite beschreiben.
Die Eigenart einer Zielseite kann dabei von Relevanz sein (Dateiformat, externe Ressource, fremdsprachiger Inhalt).
3.2.4 Konsistente Identifikation
Die Darstellung von Links zu externen Auftritten muss innerhalb eines Webauftritts gleichbleiben.
3.2.5 Änderung auf Anfrage
Änderungen des Kontexts bedürfen einer Vorinformation. Eine fehlende Information über die Verlinkung zu einem anderen Webauftritt dürfte jedoch „lediglich“ ein allgemeines Problem der Nutzungsfreundlichkeit darstellen.