Zweiter Blick: Content Management Systeme
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Content Management Systeme (CMS) und Barrierefreiheit

Bedeutung von CMS für die Barrierefreiheit

CMS) tragen zur zentralen Festlegung der Darstellung und damit zur Wiedererkennbarkeit von Seitenelementen innerhalb eines Webauftritts bei. Sie können damit bei der barrierefreien Gestaltung redaktioneller Inhalte entlasten.

Folgende Herausforderungen gibt es bei der technischen Konfiguration des CMS:

  1. Auswahl eines Theme, das möglichst einfach für ein barrierefreies Design entwickelt werden kann.
  2. Konfiguration des Editors im CMS für redaktionelle Eingaben
  3. Auswahl eines CMS, das auch ein barrierefreies Backend bietet, etwa für Menschen, die auf Tastaturbedienung angewiesen sind.

Auswahl des CMS

Ich kann keine Expertise für CMS anbieten. Im Bezug auf die Barrierefreiheit unterschiedlicher CMS kann ich nur auf punktuelle Erfahrungsberichte hinweisen.

Aus meinen derzeitigen Recherchen und Erfahrungen zu unterschiedlichen CMS kann ich zusammenfassen:

  1. Themes bedürfen in der Regel einer Anpassung.
  2. Editoren verfügen über Konfigurationsmöglichkeiten zur Gewährleistung der Barrierefreiheit von redaktionellen Aktivitäten.
  3. Das Backend ist nirgends wirklich barrierefrei bedienbar, insbesondere was die Tastaturbedienbarkeit betrifft.

WordPress

Ich habe hier eine kleine Linksammlung für Leute gestartet, die mit WordPress Barrierefreiheit erzielen wollen:

Soweit ich von blinden Menschen höre, die WordPress verwenden, wird konsequent an der Barrierefreiheit des Backend gearbeitet. Das bedeutet weiterhin, dass es noch nicht ganz barrierefrei ist. Aber es arbeiten damit auch schon blinde Administratoren.

Einem Erfahrungsbericht entnehme ich, dass der klassische Editor dem Gutenberg-Editor bei der Bedienung mit einem Screen Reader vorzuziehen ist.

Werkzeug und Handwerk

Kein CMS kann auf Knopfdruck Barrierefreiheit erzeugen oder gewährleisten. Das Niveau der Barrierefreiheit hängt nicht vom CMS sondern von den Fertigkeiten der Menschen ab, die damit arbeiten.

Ein CMS ist nur der Werkzeugkasten. Mit dem werde ich schon einmal einen Nagel in die Wand schlagen können. Wenn ich damit aber einen Kasten bauen soll, wird der Kasten nur so gut sein, wie meine Tischlerfähigkeiten.

Je größer der Werkzeugkasten, desto besser müssen meine handwerklichen Fähigkeiten sein, um zum richtigen Schraubenschlüssel zu greifen. Also liefern auch kostenpflichtige CMS nicht unbedingt Webseiten mit mehr Barrierefreiheit.

Wenn wir eine Schublade nicht aufbringen, liegt das nicht am Werkzeugkasten, sondern am Tischler. Also müssen wir uns in der Tischlerei beschweren.

Ein CMS funktioniert auch nicht wie ein Selbstbaukasten von IKEA. In der IKEA-Schachtel befindet sich bereits der individuell erforderliche Schraubenschlüssel fürs Zusammenbauen. Wiederum: Im CMS muss man das benötigte Werkzeug erst finden und vielfach darüber hinaus auch anpassen.